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Was ist Prop Trading?

Wie Prop Firmen heute funktionieren, was eine Challenge kostet, was Sie verlieren können und worauf Sie vor dem Start achten sollten.

Beim Prop Trading (vom englischen proprietary trading) handeln Sie nicht mit eigenem Geld, sondern auf einem Konto, das Ihnen eine Firma zur Verfügung stellt. Bei den heutigen Prop Firmen ist dieses Konto meist simuliert, die Auszahlungen aus dem Gewinn sind aber echt. Läuft es schlecht, verlieren Sie nur die Teilnahmegebühr.

Früher war das Sache von Banken und Handelshäusern, die Trader ins Büro holten. Heute kann sich jeder von zu Hause aus online bei einer Prop Firma anmelden.

So funktioniert eine Prop Firma Schritt für Schritt

  1. Sie wählen ein Programm und eine Kontogröße. Üblich sind 5.000 bis 200.000 USD. Je größer das Konto, desto höher die Gebühr.
  2. Sie zahlen eine Gebühr, meist einmalig, und bekommen ein Konto, auf dem Sie der Firma zeigen, dass Sie handeln können. Diese Prüfung heißt Challenge. Manche Futures-Firmen verlangen stattdessen ein Monatsabo oder nach dem Bestehen eine Aktivierungsgebühr.
  3. Sie bestehen die Challenge. Sie müssen ein Gewinnziel erreichen, etwa 10 %, und dürfen dabei die Verlustlimits nicht überschreiten, zum Beispiel 5 % pro Tag und 10 % insgesamt. Die meisten Challenges haben eine oder zwei Phasen.
  4. Sie bekommen ein Funded-Konto. Nach der bestandenen Challenge bestätigen Sie Ihre Identität (KYC) und unterschreiben online einen Vertrag mit der Firma. Dafür laden Sie meist ein Foto von Personalausweis oder Reisepass hoch und machen ein Selfie oder ein kurzes Video. Das dauert ein paar Minuten. Auf dem Funded-Konto fällt das Gewinnziel weg, die Verlustlimits bleiben.
  5. Sie lassen sich Gewinne auszahlen. Vom erzielten Gewinn überweist Ihnen die Firma eine Vergütung, meist 80 bis 90 %. Das ist Ihre Gewinnbeteiligung. Einige Firmen erstatten mit der ersten Auszahlung auch die Gebühr für die Challenge.

Überschreiten Sie in der Challenge oder auf dem Funded-Konto ein Verlustlimit oder verstoßen Sie schwer gegen die Regeln, ist das Konto weg. Dann können Sie mit einer neuen Gebühr von vorn anfangen.

Beispiel: Challenge für ein Konto mit 100.000 USD

Sie kaufen eine Challenge für ein Konto mit 100.000 USD, zum Beispiel für 447 €. In der ersten Phase müssen Sie 10 % verdienen, also 10.000 USD. An einem Tag dürfen Sie dabei nicht mehr als 5 % (5.000 USD) verlieren, und das Konto darf nie unter 90.000 USD fallen. Bei einer Challenge mit zwei Phasen folgt danach die zweite Phase mit einem niedrigeren Ziel, meist 5 %.

Sie bestehen und verdienen auf dem Funded-Konto im ersten Monat 4.000 USD. Bei einer Gewinnbeteiligung von 80 % überweist Ihnen die Firma 3.200 USD. Hätten Sie stattdessen Verlust gemacht und das Limit überschritten, müssten Sie nichts nachzahlen. Sie wären nur das Konto los.

Was es kostet und was Sie verlieren können

Eine Challenge für ein Konto mit 100.000 USD kostet bei Forex-Firmen meist etwa 358 € bis 581 €, die kleinsten Konten beginnen bei rund 27 € bis 54 €. Futures-Firmen rechnen anders ab, oft mit Monatsabo oder Aktivierungsgebühr. Mehr als die Gebühr können Sie nicht verlieren: Verluste bleiben auf dem simulierten Konto, aus eigener Tasche zahlen Sie nichts nach.

Rechnen Sie aber damit, dass nicht jeder beim ersten Versuch besteht. Die echten Kosten sind also die Gebühr mal die Zahl der Versuche. Die Preise der einzelnen Firmen in Euro und ihre aktuellen Rabatte finden Sie im Prop Firmen Vergleich.

Warum die Konten simuliert sind

Bei den meisten Prop Firmen handeln Sie auf einem Demokonto mit fiktivem Geld, auch auf dem Funded-Konto. Ihre Trades werden nicht am echten Markt ausgeführt. Die Auszahlungen sind trotzdem echtes Geld: Die Firma zahlt sie Ihnen laut Vertrag als Vergütung für den simulierten Gewinn.

Eine Prop Firma ist deshalb weder Bank noch Broker. Sie nimmt kein Geld zur Anlage an und hat meist keine Lizenz einer Finanzaufsicht. Umso wichtiger ist, wie lange sie schon am Markt ist, ob sie nachweislich auszahlt und welche Erfahrungen Trader mit ihr machen. Deshalb nennen wir im Vergleich bei jeder Firma, seit wann es sie gibt und wie sie auf Trustpilot bewertet ist.

Womit eine Prop Firma Geld verdient

Die wichtigste Einnahme sind die Gebühren für die Challenges. Die meisten Trader bestehen nicht, und aus ihren Gebühren bezahlt die Firma den Betrieb und die Vergütungen für alle, die es schaffen. Manche Firmen verdienen zusätzlich an Extras, etwa an einer höheren Gewinnbeteiligung oder am Reset eines Kontos.

Die Firma verdient also vor allem an den Gebühren, nicht an Ihren Trades. Darum lohnt sich eine Firma mit klaren Regeln und gutem Ruf.

Prop Firma oder eigenes Konto beim Broker?

Prop FirmaEigenes Konto beim Broker
Womit Sie handelnMit simuliertem Kapital der FirmaMit eigenem Geld
Was Sie riskierenNur die Gebühr für die ChallengeIhre gesamte Einzahlung
Ihr Anteil am GewinnMeist 80 bis 90 %100 %
RegelnVerlustlimits und verbotene StrategienNur die Bedingungen des Brokers
RegulierungFirmen meist nicht reguliertBroker in der EU sind reguliert
Was Sie für den Start brauchenEtwa 27 € bis 581 € für die GebührSo viel, wie Sie handeln wollen

Für wen sich Prop Trading eignet

Prop Trading ist sinnvoll, wenn Sie schon handeln können und eine erprobte Strategie haben, aber kein großes eigenes Kapital riskieren wollen. Für den Preis der Gebühr können Sie dann so verdienen, als hätten Sie ein viel größeres eigenes Konto.

Zum Lernen eignet es sich dagegen nicht. Die Regeln sind streng und jeder gescheiterte Versuch kostet Geld. Zum Üben ist ein kostenloses Probekonto besser, das viele Firmen anbieten.

Worauf Sie achten sollten

  • Regeln vorher lesen. Die Firmen unterscheiden sich schon darin, wie sie den Tagesverlust berechnen. Manche haben außerdem ein mitlaufendes Limit für den Gesamtverlust (Trailing Drawdown), eine Konsistenzregel oder beides.
  • Verbotene Strategien. Die meisten Firmen verbieten zum Beispiel Hedging zwischen Konten, Hochfrequenzhandel oder das Kopieren fremder Trades. Ein Verstoß kostet Konto und Gewinn.
  • Einschränkungen nach Land. Manche Firmen haben für einzelne Länder eigene Grenzen. Für Trader aus Deutschland betrifft das zwei Firmen: Bei Topstep bekommen Sie einen Express Funded Account, aber keinen Live Funded Account, und die Auszahlungen sind insgesamt auf 200.000 USD begrenzt. Bei TradeDay bekommen deutsche Staatsbürger keinen Funded Live Account und bleiben auf einem simulierten Funded-Konto. Solche Grenzen nennen wir direkt im Profil der Firma.
  • Adressnachweis. Manche Firmen verlangen bei der Identitätsprüfung neben dem Ausweis auch einen Adressnachweis, zum Beispiel einen Kontoauszug.
  • Steuern. Auszahlungen aus einer Prop Firma sind in Deutschland steuerpflichtig. Die Firma behält keine Steuer ein, darum kümmern Sie sich selbst. Wie genau, hängt von Ihrer Situation ab. Mehr dazu im Artikel Wie versteuert man Prop Trading?

Häufige Fragen

Ist Prop Trading legal?

Ja. Sie bezahlen für eine Dienstleistung, die Challenge, und die Firma zahlt Ihnen laut Vertrag eine Vergütung aus dem Gewinn. Wie in jeder Branche gibt es aber seriöse und weniger seriöse Anbieter. Achten Sie deshalb darauf, wie lange eine Firma schon arbeitet und ob sie nachweislich auszahlt.

Wie lange dauert eine Challenge?

Die meisten Programme haben heute kein Zeitlimit, es liegt also an Ihnen. Meist verlangen die Firmen aber eine Mindestzahl an Handelstagen, oft 2 bis 5 pro Phase.

Was kann man handeln?

Bei Forex-Firmen vor allem Währungspaare, dazu Gold und andere Rohstoffe, Aktienindizes und bei einigen Firmen auch Kryptowährungen oder Aktien. Futures-Firmen bieten nur Futures-Kontrakte an, vor allem auf Aktienindizes und Rohstoffe. Das Angebot hängt von Firma und Programm ab.

Wie oft wird ausgezahlt?

Je nach Firma täglich, wöchentlich, alle 14 Tage, monatlich oder nach einer bestimmten Zahl von Gewinntagen. Bei manchen Firmen können Sie die erste Auszahlung direkt nach dem ersten Trade beantragen, bei anderen erst nach einigen Tagen oder nach etwa einem Monat.

Kann man ohne Erfahrung anfangen?

Technisch ja, wir raten aber davon ab. Ohne erprobte Strategie zahlen Sie meist nur mehrere Gebühren. Fangen Sie mit einem kostenlosen Probekonto an und wechseln Sie zur bezahlten Challenge, wenn Ihre Strategie wiederholt funktioniert.

So fangen Sie an

Sehen Sie sich den Prop Firmen Vergleich an. Dort stehen Preise in Euro, Regeln und Gewinnbeteiligung nebeneinander. Wenn Sie eine Firma gewählt haben, schauen Sie in die Übersicht der Rabatte, damit Sie für die Challenge nicht mehr zahlen als nötig. Begriffe, die Ihnen unklar sind, erklärt das Glossar.

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