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Welche Prop Firma passt zu mir?

Worauf es bei der Wahl ankommt: Seriosität, Regeln, die zu Ihrem Trading passen, der echte Preis und die Auszahlungen. Mit Checkliste am Ende.

Es gibt heute Dutzende Prop Firmen, und auf den ersten Blick sehen sie fast gleich aus: Challenge, Gewinnziel, Verlustlimits, Gewinnbeteiligung. Die Unterschiede stecken im Detail, und genau die entscheiden, ob eine Firma zu Ihnen passt. Wir gehen sie der Reihe nach durch, das Wichtigste zuerst: Seriosität, Regeln, Preis und Auszahlungen.

Wenn Sie gerade erst anfangen, lesen Sie zuerst, was Prop Trading ist.

1. Seriosität: Bekommen Sie Ihr Geld?

Das ist die wichtigste Frage. Die besten Regeln zum niedrigsten Preis nützen nichts, wenn die Firma nicht auszahlt. Prop Firmen sind meist nicht reguliert, also müssen Sie selbst nachsehen. Achten Sie vor allem auf:

  • Wie lange es die Firma gibt. Eine Firma mit mehreren Jahren am Markt ist sicherer als ein Neuling vom letzten Monat.
  • Wer dahintersteht. Eine auffindbare Gesellschaft, ein Firmensitz und am besten auch die Eigentümer.
  • Belegte Auszahlungen. Trader, die wirklich eine Auszahlung bekommen haben, sagen mehr als eine Zahl auf der Website der Firma.
  • Was Trader schreiben. Bewertungen auf Trustpilot und Diskussionen in Communitys. Lesen Sie vor allem die negativen und achten Sie darauf, wie die Firma darauf antwortet.
  • Verständliche Regeln. Die Bedingungen sollten öffentlich und klar beschrieben sein.

Und die Warnzeichen? Die Firma ändert Regeln über Nacht, auch für schon gekaufte Konten. Auszahlungen verzögern sich immer wieder oder werden aus unklaren Gründen abgelehnt. Es lässt sich nicht herausfinden, wem die Firma gehört. Oder das Angebot ist zu gut, um wahr zu sein, etwa ein großes Konto für ein paar Euro fast ohne Regeln. Wenn Sie so etwas sehen, gehen Sie lieber woanders hin.

2. Regeln, die zu Ihrem Trading passen

Ändern Sie Ihre Strategie nicht wegen einer Firma. Wählen Sie eine Firma, in deren Regeln Ihr Trading passt. Gehen Sie diese Punkte durch:

  • Tagesverlust und max. Gesamtverlust. Üblich sind 5 % pro Tag und 10 % insgesamt, manche Programme sind strenger, etwa 3 % und 6 %. Klären Sie auch, wann der Handelstag beginnt und von welchem Betrag das Tageslimit berechnet wird. Darin unterscheiden sich die Firmen.
  • Statischer oder Trailing Drawdown. Eine statische Grenze wird vom Startkapital berechnet und ändert sich nicht. Ein Trailing Drawdown steigt mit Ihrem höchsten Kontostand, Gewinn bringt Ihnen also keinen zusätzlichen Puffer. Bei gleicher Zahl ist der Trailing Drawdown deutlich strenger. Bei vielen Firmen bleibt die mitlaufende Grenze aber stehen, sobald sie das Startkapital erreicht.
  • Gewinnziel und Zahl der Phasen. Typisch sind 8 bis 10 % in der ersten und 5 bis 6 % in der zweiten Phase. Programme mit einer Phase haben nur ein Ziel, dafür meist strengere Verlustlimits.
  • Mindestzahl an Handelstagen und Zeitlimit. Das Minimum liegt meist bei 2 bis 5 Handelstagen, manche Programme haben gar keins. Die meisten Programme haben auch kein Zeitlimit und verlangen nur mindestens einen Trade in 30 oder 60 Tagen. Einige wenige geben aber eine feste Frist vor, etwa 30 oder 60 Tage.
  • Konsistenzregel oder Best-Day-Regel. Sie begrenzt, wie viel vom Gewinn aus einem einzigen Tag kommen darf. Verdienen Sie meist den Großteil an ein oder zwei starken Tagen, suchen Sie ein Programm ohne diese Regel.
  • News, Wochenenden und Roboter (EA). Manche Firmen schränken Trades rund um wichtige Nachrichten oder das Halten übers Wochenende ein, oft erst auf dem Funded-Konto. Bei Futures-Firmen müssen Sie Ihre Positionen jeden Tag vor dem Ende der Handelssitzung schließen. Roboter sind meist erlaubt, gekaufte oder geteilte aber oft nicht.

Wie gleichen Sie die Regeln mit Ihrem Trading ab? Nehmen Sie die Liste Ihrer Trades der letzten Monate und schauen Sie auf den größten Tagesverlust, die schlimmste Verlustserie, wie lange Sie Trades halten und ob Sie rund um News handeln. Legen Sie diese Zahlen dann neben die Regeln. Kommt Ihre schlimmste Verlustserie nah an das Gesamtlimit, ist das Programm nichts für Sie. Sie halten Trades über Nacht und übers Wochenende? Dann suchen Sie eine Firma, die das auch auf dem Funded-Konto erlaubt, nicht nur in der Challenge.

3. Preis: Rechnen Sie mit mehreren Versuchen

Bei Forex-Firmen kostet eine Challenge für ein Konto mit 100.000 USD meist etwa 358 € bis 581 €. Futures-Firmen rechnen anders ab, oft mit Monatsabo oder einer Aktivierungsgebühr nach dem Bestehen. Ein kleiner Preisunterschied gibt aber selten den Ausschlag. Wichtiger ist:

  • Wird die Gebühr erstattet? Manche Firmen erstatten sie mit der ersten Auszahlung, andere erst mit einer späteren und wieder andere gar nicht. Ein Programm mit Gebührenerstattung kann am Ende günstiger sein, auch wenn es mehr kostet.
  • Die echten Kosten sind Gebühr mal Zahl der Versuche. Erwarten Sie zwei oder drei Versuche, rechnen Sie mit dem doppelten oder dreifachen Preis. Ein billigeres Programm mit strengeren Regeln kann so am Ende teurer werden.
  • Rabatte. Die meisten Firmen haben Rabattcodes oder Aktionen, meist 10 bis 40 %, bei Futures-Firmen manchmal mehr. Schauen Sie vor dem Bezahlen in die Übersicht der geprüften Rabatte.
  • Währung. Die Preise stehen meist in Dollar oder Euro. Zahlen Sie in Dollar, rechnet Ihre Bank den Betrag zu ihrem Kurs in Euro um. FTMO zum Beispiel verkauft seine Challenges direkt in Euro. Im Prop Firmen Vergleich stehen die Preise aller Firmen ungefähr in Euro.

4. Auszahlungen

Unter seriösen Firmen unterscheiden sich die Auszahlungen nicht so stark. Deshalb wiegen sie zusammen mit dem Preis bei der Wahl am wenigsten. Vergleichen Sie:

  • Gewinnbeteiligung. Üblich sind 80 bis 90 %, bei vielen Firmen kommen Sie auf bis zu 100 %, etwa wenn das Konto wächst oder gegen Aufpreis.
  • Erste Auszahlung. Je nach Firma direkt nach dem ersten Trade, nach einigen Tagen oder erst etwa einen Monat nach dem ersten Trade auf dem Funded-Konto.
  • Wie oft. Täglich, wöchentlich, alle 14 Tage, monatlich oder nach einer bestimmten Zahl von Gewinntagen. Schnellere Auszahlungen gibt es manchmal nur mit einer niedrigeren Gewinnbeteiligung.
  • Weg und Gebühren. Banküberweisung, Zahlungsdienste oder Kryptowährung. Die meisten Firmen berechnen für die Auszahlung nichts, einige nehmen aber mehrere Prozent.

Ausführlich erklären wir das im Artikel Wie funktioniert die Auszahlung bei einer Prop Firma? Gewinne aus Prop Trading sind in Deutschland steuerpflichtig, mehr dazu im Artikel Wie versteuert man Prop Trading?

5. Praktisches

  • Plattform. Handeln Sie dort, wo Sie sich auskennen. Forex-Firmen bieten fast immer MetaTrader 5, die meisten auch cTrader, einige außerdem TradingView oder MetaTrader 4. Futures-Firmen nutzen andere Plattformen, etwa NinjaTrader, Tradovate oder Rithmic.
  • Märkte. Forex, Gold und Indizes hat fast jede Firma. Wenn Sie Aktien oder Kryptowährungen handeln wollen, sehen Sie sich das Angebot des konkreten Programms an.
  • Grenzen für Trader aus Deutschland. Manche Firmen haben für bestimmte Länder eigene Einschränkungen. Unter den Firmen in unserem Vergleich betrifft das Deutschland bei zweien. Bei Topstep bekommen Sie einen Express Funded Account, aber keinen Live Funded Account, und die Auszahlungen sind insgesamt auf 200.000 USD begrenzt. Bei TradeDay bekommen deutsche Staatsbürger keinen Funded Live Account, sie bleiben auf einem simulierten Funded-Konto. Das gilt nach Staatsbürgerschaft, also auch für Deutsche, die im Ausland leben. Kaufen und bestehen können Sie die Prüfung bei beiden Firmen. Solche Grenzen nennen wir direkt im Profil der Firma.
  • Support. Probieren Sie den Support schon vor dem Kauf aus, etwa mit einer Frage im Chat. Guter Support zählt vor allem dann, wenn es um eine Auszahlung geht.
  • Probekonto. Bevor Sie zahlen, nutzen Sie ein kostenloses Probekonto (Free Trial), das viele Firmen anbieten, oft für 14 Tage. So lernen Sie die Plattform, den Kundenbereich und die Regeln in der Praxis kennen.

Vor dem Bezahlen: Checkliste

  • Wissen Sie, wem die Firma gehört und wie lange es sie gibt?
  • Haben Sie negative Bewertungen und Erfahrungen mit Auszahlungen gelesen?
  • Passen Ihr größter Tagesverlust und Ihre schlimmste Verlustserie mit Puffer in die Limits?
  • Kommen Sie mit den Regeln zu News, Wochenenden und Robotern klar, auch auf dem Funded-Konto?
  • Haben Sie den Preis für zwei bis drei Versuche ausgerechnet und wissen Sie, ob die Gebühr erstattet wird?
  • Haben Sie die aktuellen Rabatte angesehen?
  • Hat die Firma eine Einschränkung für Trader aus Deutschland, die Sie stört?
  • Haben Sie die Plattform auf einem Probekonto ausprobiert?

Häufige Fragen

Eine Phase oder zwei?

Eine Challenge mit zwei Phasen dauert länger, die Verlustlimits sind aber meist großzügiger. Bei einigen Firmen wird die Gebühr außerdem nur bei der Variante mit zwei Phasen erstattet. Eine Phase geht schneller, dafür sind Tagesverlust und Gesamtverlust meist strenger, manchmal gilt auch ein Trailing Drawdown. Entscheiden Sie danach, wie viel Spielraum für Verluste Ihr Trading braucht.

Wie viele Firmen gleichzeitig?

Für den Anfang reicht eine, die Regeln einer einzigen Firma behalten Sie leichter im Blick. Mehrere Firmen lohnen sich erst, wenn Sie bei der ersten Erfolg haben und das Risiko verteilen wollen, dass eine die Bedingungen ändert oder nicht mehr auszahlt. Vorsicht nur bei gegenläufigen Trades auf Konten verschiedener Firmen. Das ist Hedging und fast überall verboten.

Ist eine günstigere Firma eine schlechtere Firma?

Nicht unbedingt. Ein niedrigerer Preis gleicht oft strengere Regeln aus oder dass die Gebühr nicht erstattet wird. Entscheidend sind vor allem die Seriosität und ob die Regeln zu Ihnen passen. Die billigste Challenge bei einer Firma, die nicht auszahlt, ist in Wahrheit die teuerste.

Wo Sie konkrete Firmen vergleichen

Im Prop Firmen Vergleich sehen Sie Preise in Euro, Regeln und Trustpilot-Bewertungen nebeneinander, die Details dann im Profil jeder Firma. Welche Prop Firma die beste für Sie ist, hängt von Ihrem Trading ab. Wählen Sie zwei oder drei aus und vergleichen Sie sie nach dieser Anleitung.

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